Themenentwicklung: Arbeiten ist Silber, nichts tun ist Gold

Symbolbild: Simon Hofmann
Symbolbild: Simon Hofmann

Die Zeit. Sie ist eine physikalische Größenart und beschreibt gleichzeitig die Abfolge von Ereignissen in eine eindeutige, unumkehrbare Richtung. Die meisten Erwachsenen haben zu wenig von ihr, während sie in unserer Jugend zu schnell vergeht und in der Kindheit keine große Rolle spielt.

Manchmal geht die Zeit im Flug vorbei, dann wieder scheint sie fast still zu stehen. Im Seminar Themenentwicklung beschäftigen wir, 16 Studenten des Masters Medienentwicklung an der Hochschule Darmstadt, uns auf verschiedene Art und Weisen mit dem Thema Zeit. In langen Diskussionen wurde bisher deutlich, dass sich unser ganzes Leben um Zeit dreht. Schulzeit, Arbeitszeit, Freizeit, Urlaubszeit.
Kinder werden in der westlichen Kultur schon früh daran gewöhnt, pünktlich zu sein, Arbeit so schnell wie möglich zu erledigen und nach einer strengen Taktung zu leben. Mit dem Alter wird diese Taktung immer enger. Aufstehen, Frühstück, Arbeit, Konferenz, Mittagspause, Arbeit, Feierabend, Kochen, Putzen, Fernsehen, Schlafen. Und dies alles so produktiv und zeitsparend wie nur möglich. Diese Art des Lebens führt jedoch dazu, dass immer mehr Erwachsene unzufrieden und schier überfordert mit ihrem Leben sind. Die Folge: 12,5 Prozent der Erwachsenen Deutschen haben ein Burnout, Tendenz steigent.

Langsam ist das neue Produktiv

Deshalb gibt es nun, nach Jahrzehnten, in denen die Devise immer schneller, höher, weiter war, das eigene Leben zu entschleunigen. Das Wort „langsam“ ist häufig negativ belegt. Wir denken an die langsame Kassiererin, den langsamen Autofahrer und an andere Menschen, die schwer von Begriff sind. Aber im Kontext unserer Lebensart, kann uns die Langsamkeit retten.

Zeit soll nicht mehr nur Geld sein, sondern ein bewusst gelebter Moment. „Slow“ leben ist nun das neue Ziel – für die Gesundheit und die innere Ausgeglichenheit. Slow-Food, Slow-Media, Slow-Life. Alles soweit es geht entschleunigen, bewusster Leben und somit die vorhandene Zeit genießen können. Wege der Entschleunigung gibt es schier unendlich viele. Manche Menschen verbringen einige Zeit im Kloster, andere machen Yoga, umarmen Bäumen oder gönnen sich einfach bewusste Ruhephasen ohne Fernsehen, Handy und Computer.
Was am besten ist, muss jeder für sich selbst herausfinden, doch sicher ist: Wer am Ende seines Lebens nicht plötzlich merken möchte, was er alles verpasst hat, sollte öfter inne halten, reflektieren und bewusst handeln.

Das Seminar Themenentwicklung soll einen Überblick über aktuellen Trends innerhalb und außerhalb der Medienbranche geben und gleichzeitig neue Felder rund um die Zeit erschließen.