Mehrsprachige Online-Portale: Sich den Herausforderungen stellen und mögliche Probleme lösen

Europa wächst immer weiter zusammen, Wirtschaft und Politik verzahnen sich mehr und mehr, warum also nicht auch die Berichterstattung? Zu viele Länder und eine große Anzahl an Sprachen – gerade hier wird deutlich, wie schwierig es ist, eine gemeinsame Basis zu finden. Als wichtiges Medium erweist sich dafür das Internet. Seine Vorteile liegen eindeutig in der grenzüberschreitenden Vermittlung von Informationen und den geringen Kosten.

Online-Portale
Untersuchte Online-Portale, Grafik: Maxime Früh

EUobserver, Café Babel, EurActiv & Co. zeigen, wie unterschiedlich die Modelle hinter den mehrsprachigen Online-Magazinen sein können, obwohl sie oftmals mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben. Die Portale differenzieren sich in ihren Motivationen, Zielgruppen, Finanzierung, Arbeitsabläufen sowie Aufbau und Ihnalt der Seite selbst.

Innerhalb unseres Projekts haben wir fünf verschiedene Portale eingehend untersucht. Die Untersuchungsgegenstände sollten so unterschiedlich wie möglich sein, daher ist unsere Wahl auf Qantara, Café Babel, EUobserver, EurActiv und euro|topics gefallen. Diese haben wir anhand eines Kriterienkatalogs bewertet. Dabei konnten wir einen ersten Überblick über Seitenaufbau, Sprachen, Interaktionsmöglichkeiten oder Inhalte erhalten. Um mehr über die dahinterstehenden Strukturen zu erfahren, haben wir anschließend Leitfaden- und Experteninterviews geführt. Diese haben uns u.a. über Arbeitsprozesse, Personen, Probleme sowie Finanzierungsmöglichkeiten Aufschluss gegeben. Aus all diesen Ergebnissen konnten wir zum Ende unseres Projekts einen Erfahrungsbericht erstellen.

Herausforderungen und mögliche Probleme

Beim Thema Finanzierung sind sich alle Experten einig: Sie ist knapp. Gelöst wird dieses Problem auf ganz unterschiedliche Weise: Werbebanner, Themen-Kooperationen, Stiftungen oder es wird eben staatlich-finanziert. Ein weiteres Hauptproblem stellt die Mehrsprachigkeit dar. Hierbei wird auch eher auf wenig Sprachen gesetzt, um diese dann intensiver bearbeiten zu können. Allgemein werden keine Übersetzungsmaschinen verwendet. Diese sind bisher noch nicht ausgereift genug, um wörtliche Übersetzungen leisten zu können. Stattdessen werden Redakteure oder auch Übersetzer eingesetzt. Wichtig ist dabei, ein gewisses Maß an Auslandserfahrung zu haben. Nur Menschen mit einem Gefühl für fremde Kulturen können dies auch in ihrer Schreibweise wiedergeben. Social Media ist für die Portale ebenfalls sehr wichtig geworden. Gerade wegen der schwierigen Finanzierungsmöglichkeiten ist es von Belang, wie man an viele potentielle Leser herankommt. Somit sollten die sozialen Netzwerke nicht umgangen werden. Ein weiterer Pluspunkt bei den Nutzern ist eine hohe Einbindung über Kommentare, Blogs oder Leserbriefe.

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass es kein perfektes Modell gibt, welches als Vorbild genannt werden kann. Zu verschieden sind die Ziele und Motivationen, von welchen sich die Zielgruppe ableiten lässt. Ist Letztere festgelegt, werden die Inhalte und das Layout nach ihr ausgerichtet. Die Menge der Berichterstattung richtet sich wiederum nach den personellen Gegebenheiten, die dagegen von der Finanzierung abhängig ist. Diese kann aus staatlichen oder privaten Mitteln bestehen. Es wird also schnell klar, ein “richtig” oder “falsch” gibt es hier nicht. Das Modell muss individuell auf das jeweilige Online-Magazin abgestimmt werden.

Fazit und Ausblick

Obwohl mehrsprachige Online-Portale ein Nischenprodukt sind, ist erkennbar, dass sie aufgrund der steigenden Zugriffszahlen nicht mehr weg zu denken sind. Ein Verständnis für andere Kulturen und Ansichtsweisen ist für ein gemeinsames Europa notwenig. Nur so können sich Politik und Wirtschaft zusammen weiter entwickeln. Die verschiedenen Ansichtsweisen sollen dabei natürlich nicht untergehen, jedoch in einem ausgewogenen Verhältnis im Gesamtkontext dargestellt werden.

Von Maxime Früh, Sophia Hahn und Katharina Karavidas

1 Kommentar

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