Lesenswert: Was wir im Oktober und November geklickt haben

Hallo, wir sind die Neuen! Nachdem es hier wie scheinbar üblich die Sommer- (und, hüstel, auch Herbst-) Monate über ziemlich still war, schreitet das neue Semester des Masters Medienentwicklung motiviert zur Tat – beziehungsweise zur Tastatur. Wie auch unsere Vorgänger wollen wir euch regelmäßig abholen, mitnehmen in unseren 15 Köpfe starken und ziemlich bunt gemischten Kreis der Masterstudierenden und in unsere Veranstaltungen. Welche Diskussionen führen wir, welche Themen treiben uns um und an?

Zum ersten Mal studieren mit uns im Master Medienentwicklung nur “Neue”, niemand von uns hat seinen Bachelor an der h_da gemacht, stattdessen kommen wir von Unis aus ganz Deutschland, aus dem Berufsleben oder einer Reihe von Praktika. Nachdem wir es uns hier in Dieburg langsam aber sicher gemütlich gemacht und auf den etwas anderen Rhythmus am Mediencampus eingestellt haben, ist es jetzt so langsam an der Zeit, das Fenster zur Außenwelt zu öffnen. Und auch wenn wir bisher eher im stillen Kämmerlein gearbeitet haben, gibt es doch schon so einiges zu erzählen. Viele von uns hatten das Gefühl, zurück an der Hochschule so viel Input auf einmal zu bekommen, dass wir vor lauter Inspiration fast schon überfordert waren. Wir starten unsere Zeit hier auf dem me-blog deshalb mit einer Linkliste, die zusammenfasst, was wir im ersten Mastermonat so gelesen, worüber wir diskutiert haben. Lasst uns in den Kommentaren gerne weitere Links oder Themen da, die wir uns mal anschauen sollten!

Lesenswert im Oktober und November 2017

  • Eines der Themen, das die Medienwelt in den vergangenen Wochen mit am meisten umgetrieben hat, ist die Debatte um Harvey Weinstein, um Sexismus im Alltag und am Arbeitsplatz, um das #metoo und alles, was damit zusammenhängt. Anne Will hat dem Thema einen ganzen Abend gewidmet, bei der SZ wird nochmal erklärt, warum man Feminismus nicht belächeln darf. Und warum man sich gar nicht genug empören kann.
  • Volker Lilienthal et al. haben 2014 eine umfassende, methodisch breit gefächerte Grundlagenstudie zum Thema Digitaler Journalismus verfasst. Sie fragt danach, inwieweit sich Digitaler Journalismus in der vergangenen Dekade professionalisiert hat, welche Rolle die mögliche Teilhabe des Publikums sowie potenzielle technische Automatisierungen in den Redaktionen spielen. Und sie ist hier kostenlos abrufbar.
  • Dieses Semester beschäftigen wir uns – nicht nur, aber auch aufgrund der Slow Media Entwicklung (lesenswert dazu auch das Slow Media Manifest), sehr viel mit dem Thema Zeit. Oldie but Goldie: Die Studie “Die Schrittgeschwindigkeit des Lebens” von Mark und Helen Bornstein (1976), in der durch Messung der Schrittgeschwindigkeit der Zeitbegriff in unterschiedlichen Kulturen aufgedeckt wurde. Lesenswert dazu auch: Dieser Artikel über Robert Levines Studie zum selben Thema.
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  • Apropos Zeit: Spannend, wenn ein Studierender online ein Projekt findet, dass einen großen Teil des Seminarthemas abzudecken scheint! Der Blog von Know-Time ist zwar ziemlich veraltet, das Manifest der Zeit liest sich aber nach wie vor gut – und die Vision eines (ausschließlich virtuellen) Museums der Zeit macht Lust auf mehr!
  • Im Kolloquium beschäftigten wir uns vor zwei Wochen mit der neu entfachten Diskussion über die Arbeit der Öffentlich-Rechtlichen sowie die “Zwangsgebühr”, die wir als Bürger für sie zahlen. Spannend dazu ist Klaus Raabs Artikel „Erklär mir die Öffentlich-Rechtlichen“, in dem auch der Universalitätsgedanke sowie das Thema Binnenpluralität aufgegriffen werden. Sehenswert zu diesem Thema auch: Leonhard Dobuschs Argumentation zum Thema Public Open Spaces. Nach ihm sollten sich Öffentlich-Rechtliche gegenüber dem großen Netzwerk potenzieller Produzenten und Teilnehmer viel mehr öffnen.
  • Ihr könnt uns Hippies nennen, aber neben dem Thema Zeit beschäftigen wir uns auch viel mit Achtsamkeit. Das heißt nicht, dass wir jedes Seminar mit einer Kurzmeditation beginnen – aber zum Beispiel, dass es zu unseren Hausaufgaben gehörte, diesen Podcast anzuhören, in dem es darum geht wie das Silicon Valley das Bewusstsein entdeckt. Wer lieber liest als zu hören, kann sich das Manuskript auch zum Lesen herunterladen.
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  • Kolloquiums-Thema war im vergangenen Monat auch der Trend zur Polit-Satire und die Frage, inwiefern Late Night Shows & Co als Journalismus zu begreifen sind. Kommentierter Journalismus ist es allemal, was im Einzelfall die investigative Redaktion von John Oliver wöchentlich auf die Beine stellt!
  • Sehenswert für jeden, der sich mit der Vereinbarkeit von Social Media, Datenschutz und Privatsphäre auseinandersetzt, ist James Ponsoldts neuer Film The Circle. Emma Watson spielt darin eine junge, ambitionierte Frau, die einen zwischendurch mit ihrer Naivität auf die Palme bringt – und am Ende dann doch überrascht. Vorlage war Google, kreiert wurde eine fast sektenähnliche Unternehmenswelt, in der die Themen Privatsphäre, Sharing und soziale Verknüpfung ganz neu definiert werden. Filmisch vielleicht keine Meisterleistung (oder wie seht ihr das?), aber thematisch absolut sehenswert!

  • Wir sind die „Generation Y“. Kerstin Bund hat über uns das Buch “Glück schlägt Geld. Generation Y: Was wir wirklich wollen” geschrieben – und die Essenz davon für Zeit Online sehr gut auf den Punkt gebracht.

Was habt ihr im vergangenen Monat gelesen, was hat euch interessiert? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

Titelbild von Mikayla Mallek via Unsplash.

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