Ist das die Website fürs Radio?

Radiosender haben ein Problem: Während Fernsehsender auf YouTube ihre Videos anbieten können, gibt es für Radiosender Vergleichbares nicht wirklich. Soundcloud und ähnliche Dienste sind meist nicht dem Mainstream-Publikum im Netz bekannt. Umso wichtiger, dass die eigene Webseite die User dazu bringt, Radio zu hören. Eine Herausforderung, denn das Internet ist ein Bildmedium.

Das Deutschlandradio hat heute seine Webseite relauncht. Statt Listen- ist nun Kacheloptik angesagt. Ein Webradio lädt mit Livestreams, Audioclips und Podcasts zum Hören ein – ist das die Lösung des Problems von Audio im Netz? Falls nein, wie könnte sie aussehen? #EureMeinungIstGefragt

Webseite des Deutschlandradios (links: vor dem Relaunch; rechts: nach dem Relaunch)
Webseite des Deutschlandradios (links: vor dem Relaunch; rechts: nach dem Relaunch), Screenshots: Martin Krauß

2 Kommentare

  1. Grundsätzlich ja schön, dass der Deutschlandfunk sich einen neuen Anstrich gibt (Kacheloptik ist ja in jetzt), aber wie Du schon andeutest: Das Problem von Audio im Web wird damit nicht gelöst. (Ich nehm mal an, dass ist den Kölnern auch durchaus bewusst.)

    Zu deiner Frage eine kurze These: Audio im Web muss kämpfen. Mehr vielleicht sogar als Text – den man überfliegen und durch zahlreiche Dinge, wie Bilder oder embedded Content aufwerten kann. Embedded Content in Audio? Derzeit schwierig (siehe Soundcloud). Vielleicht wäre es eine Option sich noch stärker abseits des Radios mit seinem Wissen und Können zu profilieren, um einerseits die eigene “Marke” zu stärken und andererseits die ganz besonders Interessierten ins Radio “zurückzuziehen”.

    Eine andere Alternative wäre, die Formate neu zu denken. Bspw. “Der Tag in 60 Sekunden” (vllt. auch personalisierbare Themenauswahl) und anschließend eine Zusammenstellung von Links zum Weiterhören/klicken. Da lassen sich sicher noch viele andere tolle Ideen spinnen…

    PS: Das Wort “Krise” find ich im Bezug auf Audioformate und Radio jedoch nicht ganz so passend ehrlich gesagt.

    1. Hallo Tom,
      entschuldige bitte die Verzögerung bei meiner Antwort auf deinen Kommentar. Du siehst die neue Website des Deutschlandradios also eher kritisch.

      Ich habe mir mal die Reaktionen zum Relaunch auf der offiziellen Facebook-Seite des Deutschlandfunks angesehen. Hier ging es darum, dass es keine mobile Seite gibt. Außerdem wurde kritisiert, dass die Nachrichten nicht mehr an erster Stelle stehen. Also, ganz ähnlich zu deinem Empfinden: Den Leuten scheint es wichtig, dass der Deutschlandfunk sich abseits des Hörbaren im Netz positioniert.

      Das Problem von Audios im Netz bleibt natürlich. Audio-Slideshows sind ja eigentlich Schummellösungen, da hier ja Bild und Ton kombiniert werden. Podcasts und Livestreams werden aus meiner Sicht gut angenommen, verstärkt noch durch Apps, die eine einfache mobile Nutzung zulassen. Für das einzelne Stück, das auf einer Seite angeboten werden soll, fehlt mir aber auch noch die zündende Idee.

      Im Vergleich zur alten Seite des Deutschlandradios wurden aber schon einige Probleme gelöst: Wenn ich zum Beispiel jetzt auf eine Überschrift klicke, startet nicht überraschend ein Audio. Auf Beitragsebene gibt es zu den Texten jeweils in der Seitenleiste einen Audioplayer, der im Gegensatz zu dem Radio auf der Startseite auch jüngere Hörer anspricht. Zudem kann man nun Lesen und Hören zugleich, im selben Fenster. Außerdem locken größere Fotos die Nutzer in die Beiträge. – Es wurde also versucht den Ton deutlicher für die User zu präsentieren, an dem Radio auf der Startseite kommt man außerdem ja nicht vorbei. Mir fehlt aber noch die Attraktivität.

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