Zukunftsmodell Blendle – Ist das die Lösung?

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Quelle: Tanja Duda

Von Fabienne Sygulla und Tanja Duda

Seit es bei den Medien kriselt, sind neue Bezahlmethoden für journalistische Inhalte ein breit diskutiertes Thema in der Medienbranche. Auch innerhalb unseres Studiums spielen die folgenden Fragen eine große Rolle: Wie verdient der Journalismus in Zukunft sein Geld? Wie finanziert er sich? Und wie können wir es schaffen, dass auch noch in zehn Jahren  Journalisten am Anfang des Monats ein angemessenes Gehalt auf dem Konto haben? Vielleicht liegt die Lösung schon so nahe, dass wir sie nicht als optimale Lösung wahrnehmen.

In der vergangenen Laborsitzung wurden wir von Julia Monge und Thomas Becht aufgefordert, einen Artikel aus einer Zeitung auszuschneiden, der uns gefallen hat. Das Ergebnis sieht man auf dem obigen Bild. Wir sollten nun angeben, was für die einzelnen Artikel zahlen würden – als alleinstehendes journalistisches Produkt. Die Lösung: Wir bewegten uns zwischen fünf Cent und einem Euro.

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Quelle: Tanja Duda

Eine kreative Überleitung zu einem spannenden Thema war geschaffen: Blendle & Co. – digitaler Kiosk der Zukunft?

Auf Plattformen wie Blendle ist es möglich, einzelne Artikel zu kaufen, die mich interessieren. So muss ich beispielsweise nicht mehr eine ganze Zeitung kaufen, nur weil mich der Aufmacher anspricht. Die Preise sind unterschiedlich hoch und werden von den jeweiligen Verlagen festgelegt, pendeln jedoch meist zwischen wenigen Cents und zwei Euro. Blendle selbst sieht sein Bezahlmodell als Ergänzung zu den üblichen Verkaufsmodellen der Verlage: Abonnements, Gelegenheitskäufen und Einzelerwerbe. Als alleiniges Vertriebsmodell würde sich das Unternehmen bislang nicht betrachten.

Das Bezahlmodell Blendle kommt nicht nur dem Leser entgegen. Auch der Journalismus profitiert davon. Zum einen werden sich Leser wieder dem Wert eines journalistischen Stückes bewusst. Indem sie für einen einzelnen Artikel bezahlen, wertschätzen sie dessen Mehrwert. Zum anderen rückt bei Blendle wieder etwas in den Vordergrund, was der Journalismus in letzter Zeit verloren hatte: Die Bedeutung von Qualität. Auf der Startseite von Blendle werden die meistgelesenen Artikel geranked. Das sind häufig jene, die sich durch eine besonders gute Qualität auszeichnen. Denn wird der Leser enttäuscht, kann er sein gezahltes Geld zurückfordern. Auf Blendle spielen weniger reißerische Cliffhanger-Teaser eine Rolle, sondern die Tatsache, ob ein Artikel eine journalistische Qualität aufweist – oder eben nicht.

Spannend ist Blendle allemal. Doch hat das Modell Potential, dem Journalismus aus der Krise zu helfen? Diskutiert mit uns mit! Wie viel Geld würdet ihr für einen Artikel zahlen? Welche Kriterien sind dabei wichtig? Und spielen Plattformen wie Blendel tatsächlich auf Dauer eine Rolle? Wir freuen uns auf eure Meinung!