Augen auf bei der Partnerwahl!

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Bundeswehranzeige in der taz. Foto: M. Belmann

Von Moritz Belmann

Liebe taz-Redakteure,

da sitze ich nun in der S3 von Darmstadt Richtung Bad Soden und lese die Ausgabe Ihrer Zeitung vom 06. November 2015. Die Themen: Flüchtlingskrise, die Wahl in Myanmar und der Absturz der russischen Passagiermaschine über der ägyptischen Halbinsel Sinai. Und genau dort finde ich eine Anzeige, die ich in der links- und pazifistisch orientierten Tageszeitung wie Ihrer nun wirklich nicht erwartet hätte. Eine halbseitige Werbung der Bundeswehr strahlt mir entgegen. Auf dunkelgrünen Grund steht in großen weißen Buchstaben: „Bei uns geht es ums Weiterkommen. Nicht nur ums Stillstehen.“

Natürlich brauchen die Tageszeitungen in Deutschland Geld und großflächige Anzeigen wie diese können nur noch selten verkauft werden. Dennoch sollten Sie bei der Wahl der Werbenden Fingerspitzengefühl beweisen. Eine Anzeige der Bundeswehr in der taz wirkt befremdlich und deplatziert. Welche Zielgruppe soll da angesprochen werden? Die militärische Linke?

Liebe taz-Redakteure, ich mag Ihre eigene Sicht auf das Weltgeschehen. Die Themenschwerpunkte werfen ein neues und unverbrauchtes Licht auf aktuelle Probleme. Dabei sind Sie kritisch mit den Akteuren und häufig auch mit den Medienschaffenden in Deutschland. Bleiben Sie so. Doch bitte verzichten Sie in Zukunft auf eine solche Anzeige, die das ideologische Bild der Zeitung in Frage stellt.

Danke!

Mit freundlichen Grüßen

Moritz Belmann